Toporovski Thriller Teil 2

Olga Rozanova

Der Thriller um die fragwürdige Kunstkollektion Toporovski, die das Museum für Schöne Künste in Gent unterdessen aus seinen Sälen entfernt hat, bekommt eine Fortsetzung. Heute schreibt die flämische Zeitung “De Standaard” dass Igor Toporovski, der Eigentümer der 26 in ihrer Echtheit bezweifelten Kunstwerke der russischen Avantgarde der Untersuchungskommission, die der flämische Kulturminister Sven Gatz einleitete, “nichts in den Weg gelegt habe”.  Er habe lediglich Fragen zur Methode und zur Wahl des Laboratoriums gestellt. Allerdings bezweifelte er den Sachverstand der Untersuchungskommission. Er bekräftigte nochmals, dass er Teile der Sammlung in einem ausländischen Laboratorium prüfen lassen wird. Der Unterschied, so verdeutlicht “De Standaard”, ist jedoch, dass Toporovski nun selbst bestimmen wird, welche Stücke untersucht werden sollen. In Belgien hatte man natürlich die Kunstwerke im Auge, deren Echtheit am meisten angezweifelt worden war. Das Ehepaar Toporovski wohnt seit 2006 in Brüssel.

Plötzlich taucht auch eine Verschwörungstheorie auf: der russische Oligarch Petr Aven, der selbst eine
große Sammlung besitze, wolle die seine in Misskredit bringen…

 

 

Echt oder gefälscht?

Wie wichtig ist Authentizität bei Kunstwerken?
Die Sammlung Toporovski.

Macht man sich die genaue Bedeutung des Wortes klar und die Beschreibung durch die Begriffe wie Echtheit, Glaubwürdigkeit, Sicherheit, Verlässlichkeit, Wahrheit, Zuverlässigkeit… muss die Antwort wohl ja heißen. Auch wenn man Fälschungen ja in der Regel nicht leicht erkennt: wird ein Kunstwerk einem Künstler zugeschrieben, bekommt es dadurch seine besondere Bedeutung: es ist originell und nicht reproduzierbar, es sei denn durch den Künstler selbst. Davon geht man einfach aus und ist dem nicht so, ist man enttäuscht und fühlt sich betrogen. Ganz egal, ob die Kunstwerke gefallen oder nicht.

Darum geht es auch beim Furore um die Toporovski-Sammlung mit 26 Kunstwerken der russischen Avantgarde, die im Museum für Schöne Künste in Gent (MSK) zu sehen war. Mittlerweile hat das Museum die Leihgaben an die Eigentümer zurück gegeben. Viele Experten hatten die Echtheit der Werke bezweifelt. Auf Initiative des flämischen Kulturministers Sven Gatz sollten einige Werke der Sammlung auf ihre Echtheit geprüft werden. Doch bevor die Untersuchung starten konnte, legten die Anwälte ihr Veto ein: eine Untersuchung sei Sache der Eigentümer. Mag ja sein, aber gab es wohl etwas zu befürchten? Angeblich werden die Eigentümer nun selbst eine Untersuchung veranlassen. Man darf gespannt sein, ob man darüber noch jemals etwas hören wird.

 

 

Popova: Café, 1914
Malewich: Woodcutters, 1912
Tatlin: Nude, 1914

 

Die Sensation: Neue Kunst-Disziplin entdeckt: Malerei aus Holz.

 

Waren Erwin Plönes (1925 – 2015)  und sein Zwillingsbruder Helmut nach ihrem Studium an den Kölner Werkschulen für deren Sakralkunst und Kunst am Bau im Raum Leverkusen bekannt, entwickelt Erwin nach seinem Umzug nach Brüssel ein komplett anderes und unvergleichbares Werk: Neben vielen Werken auf Papier schafft er ein komplett neues Kunst-Genre angesiedelt zwischen Malerei und Kunsthandwerk: Gemälde aus Holz. Diese Werke aus Brüssel (Holz und Papier) werden 2018 zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Machen Sie Bekanntschaft mit 40 Werken von Erwin Plönes aus  den 80-er, 90-er und 2000-er Jahren.

Zu sehen in: München, Brüssel
Ab Mai 2018

 

Sollten Sie Interesse am Werk des Künstlers haben, geben Sie hier Ihre Daten ein:

Springt die Crowd in die Bresche?

ADAM

Es dürfte jedem klar sein: Museen sind auf die Hilfe der öffentlichen Hand angewiesen. Doch in Zeiten der leeren Kassen sind auch Kürzungen bei den finanziellen Zuwendungen für Kunst und Kunsteinrichtungen unvermeidbar.

Prominente Beispiele sind die Museen Prado, Louvre und Rijksmuseum, die gerade von erheblichen Kürzungen durch die öffentliche Hand getroffen wurden.

Als Konsequenz versuchen die Museen heute andere Finanzierungsquellen zu erschliessen. Eine Möglichkeit besteht sicher darin, private Förderer oder Unternehmen zu mobilisieren. In Amerika ist dies schon gängige Praxis. Es wird auch üblich, dass Künstler selbst für die Ausstellung ihrer Werke zahlen.

Konsequenz dieser Entwicklung könnte jedoch sein, dass künstlerische Erwägungen mehr und mehr finanziellen Zwängen zum Opfer fallen und die Qualität der europäischen Museumslandschaft zwangsläufig leiden könnte; eine Mindestföderung durch staatliche Stellen ist daher absolut notwendig.