“Dutch Spring”: eine Ausstellung zur rechten Zeit!

Es ist Frühling in Brüssel, niederländischer Frühling.

Die Koninklijke Musea voor Schone Kunsten in Brussel zeigen die Ausstellung

„Dutch Spring“

Vom 01.02. – 19.05.2019.

 

Endlich zeigt das Oude Meesters Museum nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wieder permanent seine Meisterwerke des Goldenen Zeitalters der nördlichen Niederlande!

Während des Befreiungskampfes gegen die spanische Herrschaft erleben die nördlichen Niederlande im 17. Jahrhundert einen beispiellosen Aufschwung und mit dem Wohlstand erblühen Kunst und Wissenschaft.

Jetzt sind es nicht mehr die Auftragsarbeiten aus Adel und Klerus, die die Künstler zur Arbeit animieren und die Motive sind nicht mehr religiöse sondern weltliche Themen des Alltags. Es geht um Porträts, Landschaften zum Beispiel mit Meer, Genre und Stillleben. Neben Kundengeschmack und Vermarktung ist jetzt auch Spezialisierung angesagt auch innerhalb der Themen. Da geht es dann um Stillleben mit Bezug auf die Jagd, oder Landschaften mit Pferden. In dieser thematischen Reihenfolge wird auch die Ausstellung präsentiert.

Klingende Namen wie Rembrandt, Jacob van Ruisdael, Vermeer oder Frans Hals kommen zum Vorschein, aber auch unbekanntere Meister. Rembrandt ist mit dem „Porträt Nicolaes van Bambeeck“ vertreten. Wie gut, dass parallel zur Brüsseler Ausstellung das Rijksmuseum in Amsterdam zum Rembrandt Jubiläumsjahr die Ausstellung „Alle Rembrandts“ zeigt: 22 Gemälde, 65 Zeichnungen und 300 etsen (bis 10.06.). Da ist Brüssel also nur das Appetithäppchen.

Ein Raum ist dem „Porträt der Familie Van Campen“ gewidmet, das Frans Hals 1623 – 1625 malte. Die Restaurierung dieses Werkes hat ergeben, dass es sich ursprünglich um ein größeres Werk handelte, das in vier Teile zerlegt wurde. Zwei davon konnten ausfindig gemacht und nun mit dem Brüsseler Teil zusammen präsentiert werden. Hierbei handelt es sich um eine zeitliche Ausstellung, die Sie daher nicht verpassen sollten.

Abgerundet wird der niederländische Frühling mit einer zweiten zeitlichen Ausstellung: „Niederländische Zeichenkunst des 18. Jahrhunderts“.  Und mit dem Frühling erblüht auch die niederländische Kunst,  wie wunderbar!

ES WAR EINMAL IN AMERIKA: 300 JAHRE US-AMERIKANISCHE KUNST

Ausstellung im Walraf-Richartz Museum in Köln bis 24.03.2019

Schon immer habe ich mich gefragt, wie es um die Kunst in Nordamerika vor dem zweiten Weltkrieg bestellt war, ich sah nichts, ich hörte nichts. Doch dann kam die Ausstellung „Es war einmal in Amerika“ und jetzt endlich bringen mehr als 130 Leihgaben aus der Zeit zwischen 1650 – 1950 Licht in die Sache oder besser an die Kunst.

Die ersten Siedler, die aus Europa stammten, brachten zunächst ihre Traditionen und Geschmäcker mit. Die Künstler orientierten sich an den europäischen Vorbildern der Romantik wie zum Beispiel an William Turner und am Realismus. In Szene gesetzt wurden die überwältigende, unberührte und weite Landschaft, in Verbindung mit der Staatsgründung 1776  entstanden Historienbilder und schließlich Poträts, um die Pionierleistungen festzuhalten.

So erinnert eine Landschaft des aus Solingen stammenden Künstlers Albert Bierstadt („Donner Lake“) stark an die romantischen Bilder von Caspar David Friedrich.

Nachhaltig wurde die Landschaftsmalerei der USA durch die 1820 entstandene Hudson-River-School geprägt: hier wird mit der Natur die Ehrfurcht vor der Schöpfung betont und mehr noch ein nationales Symbol geprägt.

Mit der Entstehung der großen Städten ändern sich auch die Motive:  jetzt geht es auch um städtische Szenen, Boxkämpfe, Einkaufstrubel, und auch sozialkritische Werke bleiben nicht aus. Philip Evergood erinnert mit „Das rosa Kündigungsschreiben“ und den überdimensioniert dargestellten Maler an Werke von George Grosz, der große Satiriker im Berlin der 20er Jahre, dessen Werke um Themen wie Armut, Arbeitslosigkeit und Aufrüstung kreisen. In Amerika greifen diese Fragen die Künstler der Ash Can School (Ascheimer Schule) auf.

Viele Künstler in Amerika studieren auch in Europa, an den Kunstakademien in Düsseldorf (wie der oben erwähnte Bierstadt) und München oder in Paris. So hält beispielsweise der Impressionismus Einzug in Amerika (Childe Hassam (1859 – 1935), „Late Afternoon, New York, Winter“, 1900 siehe Foto oben) oder der Münchner Realismus. Eine aufgeklebte Dollarnote? Nein, sie ist nur täuschend echt gemalt! Dem Maler John Haberle (1856 – 1933) warf man zeitweise sogar Geldfälschung vor. Dabei war er nur ein Meister des Trompe l’oeil, des Augentäuschens (One Dollar Bill, 1890, Öl auf Leinwand).

Die Ausstellungsmacher der Armory Show in New York (1912) präsentieren schließlich die neuen europäischen Kunstströmungen wie Kubismus, Symbolismus, Surrealismus einem breiten amerikanischen Publikum wodurch diese Stilrichtungen Eingang in die amerikanische Kunst fanden. Das ausgestellte Bild von Stanton Macdonald Wright mit dem Titel „Frühlings-Synchromie“ könnte man leicht Delaunay zuordnen.

Auch Edward Hopper war auf der Armory Show vertreten. Er gilt als Vertreter des Realismus. Seine Bilder erzählen von Melancholie und Einsamkeit. In Köln sieht man unter anderem „Mädchen an einer Nähmschine“ von 1921 sowie das Bild „Hodgkin’s House“ von 1928.

 

 

Schließlich endet die Ausstellung mit dem Abstrakten Expressionismus, ein Neubeginn in der amerikanischen Kunst, denn es zählt nur der individuelle Ausdruck.  Trotzdem gab es auch hier Einflüsse aus Europa, denn unter den vielen Immigranten aus Europa sind auch namhafte Künstler wie Josef Albers mit seiner Frau Anni. Er unterrichtet jetzt am Black Mountain College in Ashville in North Carolina. Anni Albers wurde Assistant Professor für Weberei.

Auch der Maler Hans Hofmann ist unter den Immigranten und gründet in New York eine Kunstschule, die großen Einfluss auf die Entwicklung des Abstrakten Expressionismus hatte. Hofmann gilt als Künstler der ersten Generation der sogenannten New York School.

Der Einfluss aus Europa war also durch die Jahrhunderte hindurch gegeben. Erst nach dem zweiten Weltkrieg findet die amerikanische Kunst ihren eigenen Weg; der abstrakte Expressionismus mit Jackson Pollock (abstrakte gestische Malerei) oder Mark Rothko (Farbfeldmalerei),  war erst der Anfang. Die amerikanischen Kunstwerke sind seit dieser Zeit in allen bedeutenden Museen und Sammlungen in Europa gut vertreten.

Eine großartige Ausstellung mit unglaublich schönen Werken!

 

 

Theodoor Van Loon (1582 – 1649)

Frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr!
Joyeux noel et bonne année!
Zalig kerst en gelukkig nieuwjaar!
с Рождество́м!!
Merry Christmas and a happy new year!

(nederlandstalige versie beneden)

Zugegeben : er ist nicht ganz so bekannt  wie sein Zeitgenosse Rubens, der alte Meister des Barock.

Und doch ziehen auch seine Gemälde den Betrachter in Bann.  Wie zu seiner Zeit üblich stellt auch er vor allem christliche Szenen im Dienste der Galubensvermittlung dar, ganz nach den Idealen der Gegenreformation. Mit seiner Hell-Dunkel-Malweise und der Dramatik des Geschehens gilt er als Nachfolger Caravaggios, entwickelte aber seine eigene farbenfrohe Malweise.

Ein besonders schönes Bild: „De annunciatie“ von 1623 – 26, das in der Sint-Jan Baptist ten Begijnhofkerk im Zentrum Brüssels hängt und derzeit im Bozar in Brüssel als krönender Abschluss in einer allerersten Ausstellung über diesen flämischen Künstler zu bewundern ist.

Das Monumentalwerk (3,4 x 2 m) gliedert sich in drei Ebenen: ganz oben die Erhabenheit Gottes in Form des Heiligen Geistes, unten die Ergebenheit und Ergriffenheit Marias und dazwischen der Boote Gottes, der Maria gerade die Botschaft überbringt, dass sie die Mutter Gottes sein wird. Was besonders berührt: das gefühlte zarte Band zwischen den Ebenen. Das Bild wird damit zum Vorbild und Programm: wir können mit Gott ein persönliches Verhältnis eingehen, oft durch Menschen, die uns dabei helfen, wie unsere Pfarrer, die uns unermüdlich Orientierung geben. Ist es nicht berührend und tröstlich, dass über dem Irdischen noch eine Instanz der Gerechtigkeit, Wahrheit und Liebe trohnt? Ist es nicht fantastisch, dass dieses Angebot für alle Menschen gilt? Ein wunderbares Weihnachtsmotif, das seine Wirkung gerade in diesen Wochen voll entfaltet.

Zu sehen im Bozar Brüssel bis inkl. 13. Januar 2019.

Theodoor Van Loon (1582 – 1649)

Toegegeven, hij is niet zo bekend als zijn tijdgenoot Rubens, de oude meester van de barok.

En toch fascineren zijn schilderijen de toeschouwer niet minder. Zoals gebruikelijk in zijn tijd, beeldt hij vooral christelijke taferelen uit in dienst van de geloofsverkondiging, volgens de idealen van contrareformatie. Met zijn licht-donker-stijl van schilderen en het drama van de actie, wordt hij beschouwd als de opvolger van Caravaggio, maar toch ontwikkelde hij zijn eigen kleurrijke schilderstijl.

Een bijzonder mooi beeld: “De Annunciatie” uit 1623-1626, hangt normaal in de Sint-Jan Baptist Begijnhofkerk in het centrum van Brussel en op dit moment kan het worden bewonderd als de grote finale in een allereerste tentoonstelling over deze Vlaamse kunstenaar in Bozar in Brussel.

Het monumentale werk (3,4 x 2 m) is verdeeld in drie niveaus: op de top de majesteit van God in de vorm van de Heilige Geest, onder de toewijding en de emotie van Maria en daartussen de engel van God die net Maria de boodschap brengt dat zij Moeder Gods zal zijn. Wat in het bijzonder raakt: de gevoelde delicate band tussen de niveaus. Het beeld is dus een model en programma: we kunnen in een persoonlijke relatie met God treden, vaak door mensen die ons helpen, zoals onze priesters die ons onvermoeibaar oriëntatie in ons leven geven. Is het niet ontroerend en troostend dat achter het aardse er nog steeds een instantie van gerechtigheid, waarheid en liefde schuilgaat? Is het niet fantastisch dat dit aanbod geldt voor alle mensen? Een prachtig kerstmotief dat ons in deze tijd zijn volledige effect ontvouwt.

Nog te zien in Bozar t.e.m. 13 januari 2019

Adriaen Brouwer: Meister der Emotionen – Ausstellung in Oudenaarde

Adriaen Brouwer (1604 ? – 1638) gilt als Meister der malerischen Wiedergabe von Emotionen und Stimmungen und von Szenen des alltäglichen Lebens. Es ist also eine Kunst, die in das Innere des Menschen vordringt.

Für diese Ausstellung kommen Werke aus privaten und öffentlichen Kollektionen aus Europa und Amerika in Oudenaarde, der Geburtsstadt des flämischen Künstlers, zusammen. Mit 26 seiner insgesamt 65 bekannten Werke vermittelt die Ausstellung einen guten Einblick in sein Gesamtwerk. So ist zum Beispiel aus dem Metropolitan Museum in New York sein Schlüsselwerk „De Rokers“ angereist (siehe Foto).

Die Werke hängen neben Zeitgenossen wie Frans Hals, Rubens und Rembrandt. Hier zeigt sich einmal mehr, wie sich Künstler gegenseitig beeinflussen. So sollen die Landschaften von Adriaen Brouwer Rubens beeinflusst haben. Andererseits hatten die Werke von Bruegel, die Adriaen in Amsterdam sah, einen großen Einfluss auf sein eigenes Werk.

Zu sehen noch bis zum 16.12.2018 im MOU, Museum van Oudenaarde.

 

Porträtkunst in Brüssel: Promises of a Face

Promises of a Face: Ausstellung in den Musées royaux des Beaux-Arts in Brüssel

Ein Porträt ist das Abbild eines Menschen. Wieviel man sieht, ist nicht definiert. Auch kann es eine Zeichnung, ein Gemälde oder eine Plastik sein oder natürlich eine Fotografie. Die Büste zählt also auch dazu und ist in der Regel auf den Kopf oder das Brustbild beschränkt. Berühmte Beispiele der Porträtkunkst sind die wunderschöne ägyptische Königin Nofretete im Ägyptischen Museum in Berlin oder Leonardi da Vincis Mona Lisa aus dem Louvre oder auch das Selbstportät von Van Gogh aus dem Musee d’Orsay in Paris.

Die königlichen Museen in Brüssel zeigen nun ihre grossartigen Beispiele dieses GenreS: Rubens, Memling, Van Dyck, Gauguin, Ensor, Chagall, Delvaux, Bacon, Tuymans, Borremans, Fabre, Vanfleteren und andere.

Eines wird schnell klar: man findet Portäts in allen Jahrhunderten, auch wenn die Bedeutung der Porträtmalerei seit dem 17. Jahrhundert mit der Auftragsmalerei deutlich anstieg. Trotz dem Aufkommen der Fotografie finden sich auch heute noch phantastische Beispiele dieser Kunstart in der Malerei wie man in der Ausstellung anhand der Werke von Francis Bacon oder Luc Tuymans erkennen kann.

Ein erfrischender Parcours durch die Kunstgeschichte!

Royal Museums of Fine Arts of Belgium
Rue de la Régence/Regentschapsstraat 3
1000 Brussels
Bis zum 15.07.2018

Francis Bacon
Fotos sind die moderne Form der Porträtkunst

 

 

Toporovski Thriller Teil 2

Olga Rozanova

Der Thriller um die fragwürdige Kunstkollektion Toporovski, die das Museum für Schöne Künste in Gent unterdessen aus seinen Sälen entfernt hat, bekommt eine Fortsetzung. Heute schreibt die flämische Zeitung “De Standaard” dass Igor Toporovski, der Eigentümer der 26 in ihrer Echtheit bezweifelten Kunstwerke der russischen Avantgarde der Untersuchungskommission, die der flämische Kulturminister Sven Gatz einleitete, “nichts in den Weg gelegt habe”.  Er habe lediglich Fragen zur Methode und zur Wahl des Laboratoriums gestellt. Allerdings bezweifelte er den Sachverstand der Untersuchungskommission. Er bekräftigte nochmals, dass er Teile der Sammlung in einem ausländischen Laboratorium prüfen lassen wird. Der Unterschied, so verdeutlicht “De Standaard”, ist jedoch, dass Toporovski nun selbst bestimmen wird, welche Stücke untersucht werden sollen. In Belgien hatte man natürlich die Kunstwerke im Auge, deren Echtheit am meisten angezweifelt worden war. Das Ehepaar Toporovski wohnt seit 2006 in Brüssel.

Plötzlich taucht auch eine Verschwörungstheorie auf: der russische Oligarch Petr Aven, der selbst eine
große Sammlung besitze, wolle die seine in Misskredit bringen…

 

 

Echt oder gefälscht?

Wie wichtig ist Authentizität bei Kunstwerken?
Die Sammlung Toporovski.

Macht man sich die genaue Bedeutung des Wortes klar und die Beschreibung durch die Begriffe wie Echtheit, Glaubwürdigkeit, Sicherheit, Verlässlichkeit, Wahrheit, Zuverlässigkeit… muss die Antwort wohl ja heißen. Auch wenn man Fälschungen ja in der Regel nicht leicht erkennt: wird ein Kunstwerk einem Künstler zugeschrieben, bekommt es dadurch seine besondere Bedeutung: es ist originell und nicht reproduzierbar, es sei denn durch den Künstler selbst. Davon geht man einfach aus und ist dem nicht so, ist man enttäuscht und fühlt sich betrogen. Ganz egal, ob die Kunstwerke gefallen oder nicht.

Darum geht es auch beim Furore um die Toporovski-Sammlung mit 26 Kunstwerken der russischen Avantgarde, die im Museum für Schöne Künste in Gent (MSK) zu sehen war. Mittlerweile hat das Museum die Leihgaben an die Eigentümer zurück gegeben. Viele Experten hatten die Echtheit der Werke bezweifelt. Auf Initiative des flämischen Kulturministers Sven Gatz sollten einige Werke der Sammlung auf ihre Echtheit geprüft werden. Doch bevor die Untersuchung starten konnte, legten die Anwälte ihr Veto ein: eine Untersuchung sei Sache der Eigentümer. Mag ja sein, aber gab es wohl etwas zu befürchten? Angeblich werden die Eigentümer nun selbst eine Untersuchung veranlassen. Man darf gespannt sein, ob man darüber noch jemals etwas hören wird.

 

 

Popova: Café, 1914
Malewich: Woodcutters, 1912
Tatlin: Nude, 1914

 

Apropos Marcel Broodhaers

Marcel Broodhaers (geboren 1924 in Brüssel, gestorben 1976 in Köln) trägt innerhalb von Pop Art, Surrealismus, Minimal- und Konzeptkunst eine ganz eigenwillige Handschrift. Legendär sind seine Materialien: Eier- und Muschelschalen, echte versteht sich.

Die großen Töpfe mit überquellenden Muschelschalen (La Grande Casserole de Moules, 1966) oder Muschelschalen an der Wand oder Eierschalen an der Wand oder Oval mit Eierschalen zeigen eine nationale (nämlich belgische) Variante der Pop Art.

Neben den Muscheln erinnert auch seine Installation mit Palmen (Jardin d’hiver, 1974) an sein Heimatland und dessen Verstrickungen im Kongo.

Seine Collagen mit Kühen und Automarken als Unterschriften verweisen auf das Verhältnis von realem Objekt und Abbildung: es ist eben nie dasselbe! Mit seinen Arbeiten plädiert Broodhaers für eine offene Leseart der Kunst. Er kritisiert auch den Kunstmarkt. Dies wird auch ganz deutlich in seinem Plakaten mit dem kleinen Alphabet.  Es ist eine Art Erziehung zum barrierefreien Denken.

Bevor er sich der bildenden Kunst zuwandte war Broodhaers Dichter, Schriftsteller, Journalist und Antiquar. Kunst und Literatur waren für ihn gleichberechtigte Ausdrucksformen, weshalb auch die Sprache aus seinem Werk nicht wegzudenken ist. Broodhaers verkörpert die kritische Kraft von Kunst.

Zuletzt gesehen: Marcel Broodhaers, “Eine Retrospektive”, 04.03. – 11.06.2017, Ständehaus Düsseldorf

 

”All that I desire is to be enriched by intensely exciting new thoughts”, René Magritte (1898 – 1967)

La Magie noire, Magritte
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L’Explication, Magritte
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L’Object écrit, Broodthaers

Hommage to Magritte, Keith Haring

 

The Belgium painter is well known. Above all for his paintings with mysterious objects and content as his pipe for example which isn’t really one or his combinations of day light and moon in one scene. His works are often shown and now again in Brussels.

But this exhibition has a special theme: it demonstrates how the surrealist artist Magritte influenced and inspired other artists. The arts like the sciences are recognicing the principle that all is connected to all and that speaking about art one movement influenced another one. Magritte had a strong influence especially on pop art, minimal and conceptual art.

That’s why you will find the artworks of Magritte, mainly paintings, in dialogue with artworks of other artists who repeated an issue of Magritte or one of his way to think. Besides Magritte’s painting “The explanation” showing a bottle and its metamorphosis you see Marcel Broodthaers “Written Object”, some bottles of milk also in camouflage. Or the two artists are showing their interpretation of a pipe. Also Keith Haring depicted the pipe in his “homage to Magritte” of 1998. The original work of Magritte which is also exhibited comes from LA.

But many other artists worked on the ideas of Magritte such as Barbara Kruger in “We are not what we seem” (1988), John Baldessari, Ed Ruscha, Arman and many more. You will also find the pop art and conceptual artist Jasper Jones with his “lead reliefs” (1969) answering Magritte’s paining “Personal Values” from 1952.

 

Over 150 paintings, sculptures, installations, drawings, photographs, films and archival documents are gathered in this unique exhibition.

Royal Museums of Fine Arts of Belgium, Rue de la Régence 3 in 1000 Brussels  from 13.10.2017 to 18.02.2018.

”All that I desire is to be enriched by intensely exciting new thoughts”, René Magritte

 

Additional information:

Already in the age of 12 Magritte went to the “Académie Royale des Beaux Arts” in Brussels (1916).

His typical surrealist style however was developed much later in 1927 when he lived for three years in Paris.

The Musées Royeaux integrated also the Magritte museum where you find the largest collection of the artist worldwide.

 

“La leçon de musique” (die Musikstunde), 1965

“Empire des lumières” (das Reich der Lichter), different versions exist

“La page blanche”, a peaceful full moon, 1967

“Le voyageur” (der Reisende, eine Kugel aus Löwe, Skulptur und Sessel, vielleicht eine kleine Welt, die in unseren Kopf passt. Jegliche Verwirrung ist Absicht), 1937

“Alles in meinen Arbeiten kommt aus der Gewissheit, dass wir in Wirklichkeit Teil eines rätselhaften Universums sind.”

»Ich glaube an die künftige Auflösung der beiden äußerlich so widersprüchlichen Zustände – Traum und Wirklichkeit – in einer Art von absoluter Wirklichkeit, der Surrealität.« (André Breton, 1. Manifest des Surrealismus, 1924)