“Dutch Spring”: eine Ausstellung zur rechten Zeit!

Es ist Frühling in Brüssel, niederländischer Frühling.

Die Koninklijke Musea voor Schone Kunsten in Brussel zeigen die Ausstellung

„Dutch Spring“

Vom 01.02. – 19.05.2019.

 

Endlich zeigt das Oude Meesters Museum nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wieder permanent seine Meisterwerke des Goldenen Zeitalters der nördlichen Niederlande!

Während des Befreiungskampfes gegen die spanische Herrschaft erleben die nördlichen Niederlande im 17. Jahrhundert einen beispiellosen Aufschwung und mit dem Wohlstand erblühen Kunst und Wissenschaft.

Jetzt sind es nicht mehr die Auftragsarbeiten aus Adel und Klerus, die die Künstler zur Arbeit animieren und die Motive sind nicht mehr religiöse sondern weltliche Themen des Alltags. Es geht um Porträts, Landschaften zum Beispiel mit Meer, Genre und Stillleben. Neben Kundengeschmack und Vermarktung ist jetzt auch Spezialisierung angesagt auch innerhalb der Themen. Da geht es dann um Stillleben mit Bezug auf die Jagd, oder Landschaften mit Pferden. In dieser thematischen Reihenfolge wird auch die Ausstellung präsentiert.

Klingende Namen wie Rembrandt, Jacob van Ruisdael, Vermeer oder Frans Hals kommen zum Vorschein, aber auch unbekanntere Meister. Rembrandt ist mit dem „Porträt Nicolaes van Bambeeck“ vertreten. Wie gut, dass parallel zur Brüsseler Ausstellung das Rijksmuseum in Amsterdam zum Rembrandt Jubiläumsjahr die Ausstellung „Alle Rembrandts“ zeigt: 22 Gemälde, 65 Zeichnungen und 300 etsen (bis 10.06.). Da ist Brüssel also nur das Appetithäppchen.

Ein Raum ist dem „Porträt der Familie Van Campen“ gewidmet, das Frans Hals 1623 – 1625 malte. Die Restaurierung dieses Werkes hat ergeben, dass es sich ursprünglich um ein größeres Werk handelte, das in vier Teile zerlegt wurde. Zwei davon konnten ausfindig gemacht und nun mit dem Brüsseler Teil zusammen präsentiert werden. Hierbei handelt es sich um eine zeitliche Ausstellung, die Sie daher nicht verpassen sollten.

Abgerundet wird der niederländische Frühling mit einer zweiten zeitlichen Ausstellung: „Niederländische Zeichenkunst des 18. Jahrhunderts“.  Und mit dem Frühling erblüht auch die niederländische Kunst,  wie wunderbar!

Romane, die sich in der Welt der Kunst abspielen:

KEN FOLLETT

DER MODIGLIANI-SKANDAL

Ein lesenswerter Thriller, der die Akteure der Kunstwelt in ein Buch packt: Künstler, Fälscher, Galeristen, Mäzene, Kunsthistoriker… und nicht so weit entfernt von der Realität!

Sachbuch zu Farben:

Kassia St Clair

Het geheime leven van kleuren

Ein unterhaltsames und interessantes Buch über die Vielfalt der Farben. Aber – wie das Buch richtig sagt – die Geschichte der Farben geht über die Kunstgeschichte weit hinaus. Und so kann das Buch auch nur einen Teil der Farbengeschichte beleuchten. Weitere Teile müssen noch geschrieben werden zum Beispiel mit der relevanten Farbkontrastlehre von Johannes Itten, mit weiteren Farben wie Zitronengelb oder Bordeaux, mit weiteren Artefakten wie Ikonen… Trotzdem ein guter Anfang!

ES WAR EINMAL IN AMERIKA: 300 JAHRE US-AMERIKANISCHE KUNST

Ausstellung im Walraf-Richartz Museum in Köln bis 24.03.2019

Schon immer habe ich mich gefragt, wie es um die Kunst in Nordamerika vor dem zweiten Weltkrieg bestellt war, ich sah nichts, ich hörte nichts. Doch dann kam die Ausstellung „Es war einmal in Amerika“ und jetzt endlich bringen mehr als 130 Leihgaben aus der Zeit zwischen 1650 – 1950 Licht in die Sache oder besser an die Kunst.

Die ersten Siedler, die aus Europa stammten, brachten zunächst ihre Traditionen und Geschmäcker mit. Die Künstler orientierten sich an den europäischen Vorbildern der Romantik wie zum Beispiel an William Turner und am Realismus. In Szene gesetzt wurden die überwältigende, unberührte und weite Landschaft, in Verbindung mit der Staatsgründung 1776  entstanden Historienbilder und schließlich Poträts, um die Pionierleistungen festzuhalten.

So erinnert eine Landschaft des aus Solingen stammenden Künstlers Albert Bierstadt („Donner Lake“) stark an die romantischen Bilder von Caspar David Friedrich.

Nachhaltig wurde die Landschaftsmalerei der USA durch die 1820 entstandene Hudson-River-School geprägt: hier wird mit der Natur die Ehrfurcht vor der Schöpfung betont und mehr noch ein nationales Symbol geprägt.

Mit der Entstehung der großen Städten ändern sich auch die Motive:  jetzt geht es auch um städtische Szenen, Boxkämpfe, Einkaufstrubel, und auch sozialkritische Werke bleiben nicht aus. Philip Evergood erinnert mit „Das rosa Kündigungsschreiben“ und den überdimensioniert dargestellten Maler an Werke von George Grosz, der große Satiriker im Berlin der 20er Jahre, dessen Werke um Themen wie Armut, Arbeitslosigkeit und Aufrüstung kreisen. In Amerika greifen diese Fragen die Künstler der Ash Can School (Ascheimer Schule) auf.

Viele Künstler in Amerika studieren auch in Europa, an den Kunstakademien in Düsseldorf (wie der oben erwähnte Bierstadt) und München oder in Paris. So hält beispielsweise der Impressionismus Einzug in Amerika (Childe Hassam (1859 – 1935), „Late Afternoon, New York, Winter“, 1900 siehe Foto oben) oder der Münchner Realismus. Eine aufgeklebte Dollarnote? Nein, sie ist nur täuschend echt gemalt! Dem Maler John Haberle (1856 – 1933) warf man zeitweise sogar Geldfälschung vor. Dabei war er nur ein Meister des Trompe l’oeil, des Augentäuschens (One Dollar Bill, 1890, Öl auf Leinwand).

Die Ausstellungsmacher der Armory Show in New York (1912) präsentieren schließlich die neuen europäischen Kunstströmungen wie Kubismus, Symbolismus, Surrealismus einem breiten amerikanischen Publikum wodurch diese Stilrichtungen Eingang in die amerikanische Kunst fanden. Das ausgestellte Bild von Stanton Macdonald Wright mit dem Titel „Frühlings-Synchromie“ könnte man leicht Delaunay zuordnen.

Auch Edward Hopper war auf der Armory Show vertreten. Er gilt als Vertreter des Realismus. Seine Bilder erzählen von Melancholie und Einsamkeit. In Köln sieht man unter anderem „Mädchen an einer Nähmschine“ von 1921 sowie das Bild „Hodgkin’s House“ von 1928.

 

 

Schließlich endet die Ausstellung mit dem Abstrakten Expressionismus, ein Neubeginn in der amerikanischen Kunst, denn es zählt nur der individuelle Ausdruck.  Trotzdem gab es auch hier Einflüsse aus Europa, denn unter den vielen Immigranten aus Europa sind auch namhafte Künstler wie Josef Albers mit seiner Frau Anni. Er unterrichtet jetzt am Black Mountain College in Ashville in North Carolina. Anni Albers wurde Assistant Professor für Weberei.

Auch der Maler Hans Hofmann ist unter den Immigranten und gründet in New York eine Kunstschule, die großen Einfluss auf die Entwicklung des Abstrakten Expressionismus hatte. Hofmann gilt als Künstler der ersten Generation der sogenannten New York School.

Der Einfluss aus Europa war also durch die Jahrhunderte hindurch gegeben. Erst nach dem zweiten Weltkrieg findet die amerikanische Kunst ihren eigenen Weg; der abstrakte Expressionismus mit Jackson Pollock (abstrakte gestische Malerei) oder Mark Rothko (Farbfeldmalerei),  war erst der Anfang. Die amerikanischen Kunstwerke sind seit dieser Zeit in allen bedeutenden Museen und Sammlungen in Europa gut vertreten.

Eine großartige Ausstellung mit unglaublich schönen Werken!

 

 

Theodoor Van Loon (1582 – 1649)

Frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr!
Joyeux noel et bonne année!
Zalig kerst en gelukkig nieuwjaar!
с Рождество́м!!
Merry Christmas and a happy new year!

(nederlandstalige versie beneden)

Zugegeben : er ist nicht ganz so bekannt  wie sein Zeitgenosse Rubens, der alte Meister des Barock.

Und doch ziehen auch seine Gemälde den Betrachter in Bann.  Wie zu seiner Zeit üblich stellt auch er vor allem christliche Szenen im Dienste der Galubensvermittlung dar, ganz nach den Idealen der Gegenreformation. Mit seiner Hell-Dunkel-Malweise und der Dramatik des Geschehens gilt er als Nachfolger Caravaggios, entwickelte aber seine eigene farbenfrohe Malweise.

Ein besonders schönes Bild: „De annunciatie“ von 1623 – 26, das in der Sint-Jan Baptist ten Begijnhofkerk im Zentrum Brüssels hängt und derzeit im Bozar in Brüssel als krönender Abschluss in einer allerersten Ausstellung über diesen flämischen Künstler zu bewundern ist.

Das Monumentalwerk (3,4 x 2 m) gliedert sich in drei Ebenen: ganz oben die Erhabenheit Gottes in Form des Heiligen Geistes, unten die Ergebenheit und Ergriffenheit Marias und dazwischen der Boote Gottes, der Maria gerade die Botschaft überbringt, dass sie die Mutter Gottes sein wird. Was besonders berührt: das gefühlte zarte Band zwischen den Ebenen. Das Bild wird damit zum Vorbild und Programm: wir können mit Gott ein persönliches Verhältnis eingehen, oft durch Menschen, die uns dabei helfen, wie unsere Pfarrer, die uns unermüdlich Orientierung geben. Ist es nicht berührend und tröstlich, dass über dem Irdischen noch eine Instanz der Gerechtigkeit, Wahrheit und Liebe trohnt? Ist es nicht fantastisch, dass dieses Angebot für alle Menschen gilt? Ein wunderbares Weihnachtsmotif, das seine Wirkung gerade in diesen Wochen voll entfaltet.

Zu sehen im Bozar Brüssel bis inkl. 13. Januar 2019.

Theodoor Van Loon (1582 – 1649)

Toegegeven, hij is niet zo bekend als zijn tijdgenoot Rubens, de oude meester van de barok.

En toch fascineren zijn schilderijen de toeschouwer niet minder. Zoals gebruikelijk in zijn tijd, beeldt hij vooral christelijke taferelen uit in dienst van de geloofsverkondiging, volgens de idealen van contrareformatie. Met zijn licht-donker-stijl van schilderen en het drama van de actie, wordt hij beschouwd als de opvolger van Caravaggio, maar toch ontwikkelde hij zijn eigen kleurrijke schilderstijl.

Een bijzonder mooi beeld: “De Annunciatie” uit 1623-1626, hangt normaal in de Sint-Jan Baptist Begijnhofkerk in het centrum van Brussel en op dit moment kan het worden bewonderd als de grote finale in een allereerste tentoonstelling over deze Vlaamse kunstenaar in Bozar in Brussel.

Het monumentale werk (3,4 x 2 m) is verdeeld in drie niveaus: op de top de majesteit van God in de vorm van de Heilige Geest, onder de toewijding en de emotie van Maria en daartussen de engel van God die net Maria de boodschap brengt dat zij Moeder Gods zal zijn. Wat in het bijzonder raakt: de gevoelde delicate band tussen de niveaus. Het beeld is dus een model en programma: we kunnen in een persoonlijke relatie met God treden, vaak door mensen die ons helpen, zoals onze priesters die ons onvermoeibaar oriëntatie in ons leven geven. Is het niet ontroerend en troostend dat achter het aardse er nog steeds een instantie van gerechtigheid, waarheid en liefde schuilgaat? Is het niet fantastisch dat dit aanbod geldt voor alle mensen? Een prachtig kerstmotief dat ons in deze tijd zijn volledige effect ontvouwt.

Nog te zien in Bozar t.e.m. 13 januari 2019

Adriaen Brouwer: Meister der Emotionen – Ausstellung in Oudenaarde

Adriaen Brouwer (1604 ? – 1638) gilt als Meister der malerischen Wiedergabe von Emotionen und Stimmungen und von Szenen des alltäglichen Lebens. Es ist also eine Kunst, die in das Innere des Menschen vordringt.

Für diese Ausstellung kommen Werke aus privaten und öffentlichen Kollektionen aus Europa und Amerika in Oudenaarde, der Geburtsstadt des flämischen Künstlers, zusammen. Mit 26 seiner insgesamt 65 bekannten Werke vermittelt die Ausstellung einen guten Einblick in sein Gesamtwerk. So ist zum Beispiel aus dem Metropolitan Museum in New York sein Schlüsselwerk „De Rokers“ angereist (siehe Foto).

Die Werke hängen neben Zeitgenossen wie Frans Hals, Rubens und Rembrandt. Hier zeigt sich einmal mehr, wie sich Künstler gegenseitig beeinflussen. So sollen die Landschaften von Adriaen Brouwer Rubens beeinflusst haben. Andererseits hatten die Werke von Bruegel, die Adriaen in Amsterdam sah, einen großen Einfluss auf sein eigenes Werk.

Zu sehen noch bis zum 16.12.2018 im MOU, Museum van Oudenaarde.

 

Porträtkunst in Brüssel: Promises of a Face

Promises of a Face: Ausstellung in den Musées royaux des Beaux-Arts in Brüssel

Ein Porträt ist das Abbild eines Menschen. Wieviel man sieht, ist nicht definiert. Auch kann es eine Zeichnung, ein Gemälde oder eine Plastik sein oder natürlich eine Fotografie. Die Büste zählt also auch dazu und ist in der Regel auf den Kopf oder das Brustbild beschränkt. Berühmte Beispiele der Porträtkunkst sind die wunderschöne ägyptische Königin Nofretete im Ägyptischen Museum in Berlin oder Leonardi da Vincis Mona Lisa aus dem Louvre oder auch das Selbstportät von Van Gogh aus dem Musee d’Orsay in Paris.

Die königlichen Museen in Brüssel zeigen nun ihre grossartigen Beispiele dieses GenreS: Rubens, Memling, Van Dyck, Gauguin, Ensor, Chagall, Delvaux, Bacon, Tuymans, Borremans, Fabre, Vanfleteren und andere.

Eines wird schnell klar: man findet Portäts in allen Jahrhunderten, auch wenn die Bedeutung der Porträtmalerei seit dem 17. Jahrhundert mit der Auftragsmalerei deutlich anstieg. Trotz dem Aufkommen der Fotografie finden sich auch heute noch phantastische Beispiele dieser Kunstart in der Malerei wie man in der Ausstellung anhand der Werke von Francis Bacon oder Luc Tuymans erkennen kann.

Ein erfrischender Parcours durch die Kunstgeschichte!

Royal Museums of Fine Arts of Belgium
Rue de la Régence/Regentschapsstraat 3
1000 Brussels
Bis zum 15.07.2018

Francis Bacon
Fotos sind die moderne Form der Porträtkunst

 

 

Rendez-vous mit Gott – die Magie der Ikonen

Entdeckt die Marienikonen!

Eine Ikone hat immer etwas Magisches…

Hand aufs Herz: Pop-Ikonen dieser Zeit fallen fast jedem spontan ein: ob Beatles oder Elvis, ob Madonna oder Michael Jackson… da müssen wir nicht lange überlegen.

Doch Marien-Ikonen … kennen Sie Beispiele? Kennen Sie deren Bedeutung?

Vielleicht kann dieser Artikel ein bisschen Licht in das Dunkel bringen; aber auch Sie als Leser können dabei helfen, wie unten noch zu erfahren ist.

I.

Was sind Ikonen?

Das Wort Ikone stammt von dem griechischen Wort “eikon”, was Bild oder Abbild bedeuted. Kurz gesagt handelt es sich um Kult- und Heiligenbilder der orthodoxen Kirche. Die Ikone ist für den orthodoxen Christen ein Kultbild, dem besondere Verehrung zukommt und das in seiner Bedeutung dem geschriebenen Wort der Evangelien gleichgesetzt wird. Die Verehrung, die der Ikone durch die Gläubigen zuteil wird, gilt jedoch nicht dem Bild als solchem, sondern den auf ihm dargestellten Heiligen. So wurde es durch die Konzilsbeschlüsse am Ende des “Bilderstreites” (Ikonoklasmus, 726-843) festgelegt.

Im Unterschied zur westlichen christlichen Kunst dienen Ikonen weder der Dekoration noch werden sie als Kunstgegenstände betrachtet, weswegen die Urheber sie in der Regel auch nicht signieren. Und auch wenn andere christliche Gemälde ebenfalls der Glaubensvermittlung dienen und zum Gebet einladen, geht die Bedeutung von Ikonen darüber hinaus: Der Gläubige vor einer Ikone trifft die Abbildung, es kommt zur Begegnung zwischen ihm und Gott. Ikonen bilden nicht ab, was unsere Augen sehen; sie machen sichtbar, was wir nicht sehen: Göttliche Wirklichkeit in Gestalten und Szenen.

Kennzeichen

Ein deutliches Merkmal ist die frontale und zweidimensionale Abbildung ohne Perspektive, da man ja keine Wirklichkeit abbilden will. Motive sind Christus, Maria, die Apostel, Engel und Heilige; die Abbildungen werden jeweils schriftlich genannt. Der Hintergrund ist oft goldfarben (Blattgold) und symbolisiert den Himmel. Die Ikone kennt kein Licht, das von aussen auf Gesichter, Gewänder und Gegenstände fällt. Die intensiven Farben haben symbolische Bedeutung: Purpur steht für göttliche Macht, Braun steht für das Irdisch-Menschliche. Die handwerkliche Ausführung unterliegt strengen Regeln und der Aufsicht der Kirche. Das Jesuskind wird in der Byzantinischen Tradition nie als Baby dargestellt, ist Jesus doch das Wort Gottes. Jesus trägt immer Kleidung von Erwachsenen, aber er wird kleiner als Erwachsene dargestellt.

Die Malstile und Themen der chritslichen Kunst waren in Ost und West bis in die Gotik hinein sehr ähnlich. Mit dem Aufkommen der Renaissance driften die Darstellungen jedoch weit auseinander. Der Künstler der Renaissance im Westen entdeckt und entfaltet seine schöpferischen Fähigkeiten und schafft seine eigene Welt. Er wird selbst zum wenn auch sterblichen Gott (Vasari) oder zum Neffen Gottes (Leonardo).

Die Ursrpünge

Der griechische Osten ist die wahre Heimat der Ikone. Sie entwickelte sich dort im 4. Jhd und verbreitete sich ab dem 5. Jhd von dort in andere Länder.

Als erster Ikonenmaler wird allerdings der Evangelist und Heilige Apostel Lukas (1. Jhd.) bezeichnet. Nach Aussage von Johannes von Damaskus malter der Apostel Lukas die erste Ikone des Jesus Christus und der Gottesmutter Maria.

Die ältesten erhaltenen Ikonen stammen aus dem 6. Jahrhundert.

Seit dem 7. Jahrhundert werden sie meist mit Tempera auf Holz gefertigt, eine Methode bei der neben Wasser und Farbpigmenten als Bindemittel Ei verwendet wird. Auch heutige Ikonenmaler verwenden diese Methode. Heute werden immer bereits bestehende Ikonenvorlagen verwendet, also niemals neue Bilder erfunden. Ikonen haben keinen Rahmen.

An einer Ikone erkennt man auch den Kulturraum, in welchem sie geamalt wurde. Es entwickelten sich verschiedene Schulen. Wichtige russische Schulen sind Kiew, Wladimir,  Nowgorod, Moskau, Palech; zu den wichtigsten griechischen Schulen gehören Konstantinopel, das Katarinenkloster Sinai und später Kreta. Auch aus Syrien stammen prächtige Ikonen.

II.

Bekannte Darstellungstypen von Marien-Ikonen

Eine Sonderstellung innerhalb der Ikonen hat die Darstellung der Muttergottes. Das christliche Konzil im Jahre 431 n.Chr. in Ephesus legitimierte die göttliche Mutterschaft der Heiligen Maria. Es entstand ein regelrechter Kult um die Marienverehrung. Sie wird in der orthodoxen Kirche himmlisch, dem Irdischen entrückt, in den westlich geprägten Kirchen eher menschlich dargestellt. Durch ihre fest zugeordnete, immer gleiche „Beschriftung“ sind die Ikonen der Gottesmutter eindeutig definiert. Das Gewand der Heiligen Maria zieren drei Sternsymbole, die Insignien der „immerwährenden Jungfrau“. Ein Stern befindet auf der Kopfbedeckung auf der Stirn, die beiden anderen Sterne sind links und rechts auf dem Gewand zu sehen. Manchmal wird ein Stern verdeckt, ist jedoch imaginär trotzdem vorhanden. Die russischen Ikonenmaler haben eine ganze Reihe von Marien-Bildtypen geschaffen. Es sind etwa 400 unterschiedliche Ikonen der Gottesmutter bekannt.

Der Evangelist Lukas soll die erste Muttergottesikone, die „Hodegetria-Ikone”, die Wegweiserin, gemalt haben, die die Kaiserin Eudoxia im Jahre 438 n.Chr. nach Konstantinopel gebracht haben soll. Sie ging mit der Eroberung von Byzanz durch das Osmanische Reich verloren. Über Kopien des Originals hat sich der Darstellungstyp jedoch bis heute erhalten. Die Gottesmutter trägt auf dem linken Arm das segnende Jesuskind, das aufrecht auf ihrem Arm thront und häufig eine Schriftrolle in der linken Hand hält. Mit ihrer rechten Hand zeigt Maria auf das Kind und präsentiert es so der Welt. Oft zeigt das Gesicht des Kindes Züge eines jungen Erwachsenen, so dass die Darstellung des Kindes auf das gesamte Leben Jesu hinweisen soll. Das Gesicht von Maria ist ernst und streng. Sie ist die in Russland weitverbreitetste Ikone und wird als Schutz gegen feindliche Überfälle und anderes Unheil betrachtet. Das Abbild der Ikone „Gottesmutter von Smolensk“ (1482)  gehört zu diesem Typus. Interessanterweise haben viele bekannte Maler kunstschilders die Szene “De heilige Lucas tekent de maagd en Christus”dargestellt wie Rogier van der Weyden (1440), Dirk Bouts ( 15. eeuw ) oder Dirk Bagaert (1480).

Eine weitere Variante diesen Typus ist die „Gottesmutter von Kazan”. Dort steht das Jesuskind an ihrer Linken, die Hand zum Segensgestus erhoben. Sie wird als Schutzpatronin der Stadt Kazan als eine der heiligsten Ikonen in Russland verehrt. Der Legende nach wurde sie von der neunjährigen Matrjona 1579 nach einem Brand in einem Versteck vor den muslimischen Tataren gefunden. Das Original der Ikone wurde Anfang des 20. Jahrhunderts geraubt und ist seither verschollen; eine Kopie der Ikone wurde von Papst Johannes Paul II 2004 an Russland zurückgegeben.

III.

Beispiele aus der Sint Antoniuskerk, Etterbeek, Brussel

In der Kapelle der Sint Antoniuskerk befindet sich eine Ikone, die auf der Originalikone„Muttergottes von Wladimir” fusst. Die Originalikone ist die berühmteste Marienikone Russlands und stammt aus dem 12. Jhd. aus Konstantinopel.

Sie zeigt Maria und das Christuskind auf dem rechten Arm der Mutter sitzend, Wange an Wange geschmiegt. Man erkennt sofort eine innige Verbundenheit. Christus hat den linken Arm um ihren Hals geschlungen, die rechte Hand hält er ausgestreckt. Um 1131 gelangte die byzantinische Ikone als Geschenk des Patriarchen von Konstantinopel nach Kiev, von wo aus sie Fürst Andrej von Bogoljubovo 1155 nach Wladimir überführte und dort ihren bleibenden Namen erhielt. Ihr Ehrentitel „Mutter der russischen Erde“ weist auf ihren engen Zusammenhang mit der russischen Geschichte hin, die sie über Jahrhunderte begleitete und beeinflusst haben soll. 1395 und 1480 soll sie Moskau vor den Tataren errettet haben. Heute befindet sich die Ikone in der Tretjakow Galerie in Moskau.

Im Hauptgang der Kirche befindet sich eine weitere Ikone. Dabei handelt es sich um die Ikone „Maria – Mutter der immerwährenden Hilfe” (auch Muttergottes der Passion). Sie basiert auf einer byzantinischen Ikone, die im 14. Jhd. auf der Insel Kreta geschaffen wurde. Die Originalikone befindet sich heute in der Klosterkirche Sant’Alfonso in Rom.

Was sehen wir?

Wir sehen Maria mit Jesus im Arm. Sie trägt einen blauen Mantel über ein rotes Gewand. Das Gewand des Kindes ist in den Farben grün und braun. Blau steht für den Himmel und den Glauben, Rot für die Liebe, aber auch das Leid. Die grüne Farbe steht schliesslich für die Hoffnung: Jesus, die Hoffnung. Auffallend ist, dass Maria nicht auf das Kind blickt, sondern sich dem Betrachter zuzuwenden scheint. Aus diesem Blick spricht eine Art mitfühlende Aufmerksamkeit gegenüber den Sorgen der Menschen. Sie, die den Menschen die Liebe Gottes näher brachte, ist auch jetzt bereit, sich der Sorgen der Menschen anzunehmen und zu helfen. Jesus hingegen blickt zu dem seitlich schwebenden Erzengel Gabriel, der die Leidenswerkzeuge Kreuz und Nägel trägt. Sein Blick verweist auf seinen eigenen Leidensweg. Der Betende soll begreifen: Gott lässt uns nicht alleine, wir können uns hier der Mutter Gottes anvertrauen und um ihren Beistand bitten. So wie sie Jesus eine Stütze war, ist sie bereit, auch uns zu helfen.

Es ist ganz einfach:

Wange zn Wange: zum Beispiel Gottesmutter von Wladimir (oben 1)

Leidenswerkzeuge: Muttergottes der Passion/der immerwährenden Hilfe (oben 2)

Jesus segnet: Hodegetria-Ikone, zum Beispiel Gottesmutter von Smolensk, Gottesmutter von Kasan (oben 3)

 

 

Tipps:

Ikonenmuseum Kampen/NL  (seit 2005): eine der grössten Sammlungen von Metall und Reiseikonen der Welt; http://www.ikonenmuseumkampen.nl

Ikonen-Museum Recklinghausen/D (seit 1956): weltweit bedeutendstes Museum ostkirchlicher Kunst außerhalb der orthodoxen Länder; http://www.ikonen-museum.com

Accessible Art Fair 20. – 22. 04. 2018

Accessible Art Fair – Spring Art Salon

Our mission is to offer a platform for artists and designers and make them accessible to a discerning audience.

We offer the opportunity to purchase quality works of art and design and meet the creators behind the work. All our works are carefully selected and hand-picked by a panel of experts and we guarantee the quality of the art presented.

We are the place to discover great talent! Purchasing a work of art might seem daunting to some. At the Accessible Art Fair we strive to make this experience as pleasant as possible by removing the barriers between the buyer and the artist.

Accessible Art Fair is returning to Brussels, with a very special edition this spring: the Spring Art Salon. The salon will be taking place during one of the most important weeks on the art calendar in Brussels. Art Brussels and The Independent will be presenting galleries, while the Spring Art Salon will be sticking to ACAF original mission of presenting emerging artists without gallery representation.

The Spring Art Salon will showcase the works by 25 artists in Salon style.

In April 2018, we are bringing the concept of Salon de Printemps (Spring Salon) to Brussels. This unique event be held at the L’Ancienne Nonciature in Sablon, formerly the embassy of Vatican, a neoclassic 15th century venue rebuilt in 1827.

The Accessible Art Fair 2018 will take place at BOZAR, 4-7 October where 60 artists will be present.

Programme

Friday, April, 20th
18.00 – 21.00: Preview Night

Saturday, April, 21st
11.00 – 20.00

Sunday, Apri, 22nd
10.00 – 19.00

The Spring Art Salon
Ancienne Nonciature
7, rue des Sablons – 1000 Brussels